Nie­der­län­di­scher König zu Besuch bei dui­sport: Willem-Alexander wür­digt Wasserstoff-Pläne des Hafens

Ministerpräsident Hendrik Wüst stellt dem niederländischen König Wasserstoffprojekte in Nordrhein-Westfalen vor.

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Willem-Alexander, König der Nie­der­lan­de, besuch­te am 14.11. den Duis­bur­ger Hafen. Er wür­dig­te damit den Ein­satz von dui­sport, gemein­sam mit dem Hafen Rot­ter­dam und zahl­rei­chen wei­te­ren Part­nern zügig ein euro­pa­wei­tes Wasserstoff-Netzwerk zu ent­wi­ckeln. „Bei uns in Duis­burg wird sicht­bar, wie Anbie­ter, Nut­zer und poli­ti­sche Akteu­re an einem Strang zie­hen, um kon­kre­te Lösun­gen für einen nach­hal­ti­gen Weg der Was­ser­stoff­pro­duk­ti­on und ‑nut­zung zu ent­wi­ckeln. Nur so kön­nen wir einen wir­kungs­vol­len Bei­trag zur Akti­vie­rung des Mark­tes und zur Beschleu­ni­gung der Ener­gie­wen­de leis­ten“, macht duisport-CEO Mar­kus Ban­gen deutlich.

Der könig­li­che Besuch bei dui­sport war Teil einer Rei­se durch Nordrhein-Westfalen, zu der Minis­ter­prä­si­dent Hen­drik Wüst ein­ge­la­den hat­te. Auf dem Pro­gramm stan­den Ein­bli­cke in ver­schie­de­ne Unter­neh­men und Insti­tu­te des Lan­des, damit sich der König der Nie­der­lan­de per­sön­lich und vor Ort über den Stand aktu­el­ler Was­ser­stoff­pro­jek­te infor­mie­ren konn­te. Neben dem Duis­bur­ger Hafen mach­te die Dele­ga­ti­on halt im Che­mie­park Marl sowie beim For­schungs­in­sti­tut Zen­trum für Brennstoffzellen-Technik (ZBT) in Duisburg.

Beglei­tet wur­den der König und der Minis­ter­prä­si­dent u. a. von Mona Neu­baur, NRW-Ministerin für Wirt­schaft, Indus­trie, Kli­ma­schutz und Ener­gie, Dr. Phil­ipp Stein­berg, Abtei­lungs­lei­ter Wirt­schafts­po­li­tik im Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz sowie Hans Vijl­brief, Staats­se­kre­tär für Roh­stoff­in­dus­trie im nie­der­län­di­schen Minis­te­ri­um für Wirt­schaft und Klimaschutz.

Pre­mie­re am Rhein­kai: Ers­te Ammoniak-Lieferung aus Rotterdam

Am Rhein­kai Nord in Duisburg-Hochfeld wur­de die Dele­ga­ti­on Zeu­ge einer Pre­mie­re: Ein ers­tes Schiff mit koh­len­stoff­ar­mem Ammo­ni­ak war über den geplan­ten Was­ser­stoff­kor­ri­dor vom Rot­ter­da­mer Hafen nach Duis­burg gekom­men. Die­se Lie­fe­rung ist Teil eines welt­weit ein­ma­li­gen Pilot­pro­jekts zur Her­stel­lung von MMA – einem wich­ti­gen Vor­pro­dukt für PLE­XI­GLAS®, das für Autos, Flug­zeug­fens­ter und Bild­schir­me ver­wen­det wird und Ammo­ni­ak ver­wen­det. Das ISCC-zertifizierte Bio-Ammoniak von OCI Glo­bal, das pünkt­lich zum Besuch des nie­der­län­di­schen Königs erst­mals in Duis­burg ange­lie­fert wur­de, ist unter Ver­wen­dung von Bio­me­than aus Müll­de­po­nien, Klär­schlamm und Abwas­ser­auf­be­rei­tungs­an­la­gen her­ge­stellt wor­den. So kann auf das auf fos­si­len Brenn­stof­fen basie­ren­de Flüs­sig­erd­gas (LNG) ver­zich­tet wer­den, das bei der her­kömm­li­chen Ammo­niak­pro­duk­ti­on zum Ein­satz kommt. Das Ergeb­nis ist eine Ver­rin­ge­rung der Treib­haus­gas­emis­sio­nen um mehr als 70 Pro­zent im Ver­gleich zur her­kömm­li­chen grau­en Ammoniakproduktion.

Ammo­ni­ak soll künf­tig vor allem als idea­ler Was­ser­stoff­spei­cher und Ener­gie­trä­ger ver­wen­det wer­den. Es ist nicht nur ener­gie­ef­fi­zi­en­ter als der Trans­port von Was­ser­stoff, son­dern mit Ammo­ni­ak kön­nen auf weni­ger Raum grö­ße­re Ener­gie­men­gen über wei­te Ent­fer­nun­gen trans­por­tiert wer­den. dui­sport und der Hafen Rot­ter­dam stre­ben eine Füh­rungs­rol­le bei der Ent­wick­lung euro­päi­scher Wasserstoff-Transportketten an, um die wach­sen­de Nach­fra­ge der Indus­trie nach Was­ser­stoff und sei­nen Deri­va­ten zu bedie­nen sowie zwi­schen Poli­tik, Indus­trie und zukünf­ti­gen Akteu­ren auf dem Was­ser­stoff­markt zu ver­mit­teln. Bis 2027 soll im Rah­men des Pro­jekts Delta-Rhine-Corridor (DRC) eine ers­te Pipe­line fer­tig­ge­stellt wer­den, um die wach­sen­de Nach­fra­ge nach grü­nem Was­ser­stoff in Nordrhein-Westfalen zu decken.

Unter­neh­men, die nicht an eine Pipe­line ange­schlos­sen wer­den, oder kei­ne kom­plet­ten Schiffs­la­dun­gen benö­ti­gen, sind auf die Ver­sor­gung über ein Tank- oder Con­tai­ner­la­ger ange­wie­sen, das idea­ler­wei­se tri­mo­dal ange­bun­den und in ein star­kes Eisenbahn- und Auto­bahn­netz ein­ge­bet­tet ist. Dem­entspre­chend wer­den neue Lager­ka­pa­zi­tä­ten benö­tigt, um der Indus­trie die not­wen­di­gen Pro­duk­te zur Ver­fü­gung zu stel­len. Dazu pla­nen dui­sport und Koole Ter­mi­nals B.V., ein nie­der­län­di­scher Ent­wick­ler und Betrei­ber von Flüssigmassengut-Terminals, die Ent­wick­lung eines Tank­la­gers für flüs­si­ge erneu­er­ba­re Brenn­stof­fe und Roh­stof­fe wie Ammo­ni­ak im Duis­bur­ger Hafen. Als künf­ti­ger Stand­ort wur­de das Grund­stück am Rhein­kai Nord in Duisburg-Hochfeld gewählt, das König Willem-Alexander und Minis­ter­prä­si­dent Wüst bei ihrer Schiffs­tour in Augen­schein neh­men konnten.

„Wir­kungs­vol­ler Bei­trag zur Beschleu­ni­gung der Energiewende“

Mar­kus Ban­gen: „Indem wir belast­ba­re Trans­port­ket­ten zwi­schen den West­hä­fen und damit kon­kre­te Lösun­gen für einen nach­hal­ti­gen Weg der Was­ser­stoff­pro­duk­ti­on und ‑nut­zung ent­wi­ckeln, leis­ten wir gemein­sam mit dem Rot­ter­da­mer Hafen einen wir­kungs­vol­len Bei­trag zur Akti­vie­rung des Mark­tes und zur Beschleu­ni­gung der Ener­gie­wen­de. Die heu­ti­ge Prä­sen­ta­ti­on unter­streicht die Bedeu­tung von Part­ner­schaf­ten und beweist, dass Trans­port­ket­ten schon heu­te funk­tio­nie­ren. Jetzt geht es dar­um, die Kapa­zi­tä­ten zu erwei­tern und die not­wen­di­ge Infra­struk­tur aufzubauen.“

Im Anschluss an die Rund­rei­se unter­zeich­ne­ten dui­sport, der Hafen von Bil­bao und der Hafen von Ams­ter­dam in Anwe­sen­heit von König Willem-Alexander und Minis­ter­prä­si­dent Hen­drik Wüst beim H2 Con­nec­ting Event gemein­sam mit der Ener­gie­agen­tur der bas­ki­schen Regie­rung, Petro­nor, Evos Ams­ter­dam und Zenith Ener­gy Ter­mi­nals eine Absichts­er­klä­rung. Ziel ist es, die Ent­wick­lung eines inner­eu­ro­päi­schen Kor­ri­dors für erneu­er­ba­ren Was­ser­stoff zu untersuchen.

Die Absichts­er­klä­rung baut auf einer Ver­ein­ba­rung auf, die Anfang des Jah­res zwi­schen Bil­bao und Ams­ter­dam geschlos­sen wur­de. Dem­nach soll ein trag­fä­hi­ger Kor­ri­dor ein­ge­rich­tet wer­den, der den Export von im Bas­ken­land erzeug­tem rege­ne­ra­ti­vem Was­ser­stoff und Was­ser­stoff­de­ri­va­ten in den Ams­ter­da­mer Hafen ermög­licht. Mit der Betei­li­gung von dui­sport wer­den die Kor­ri­dor­plä­ne nun­mehr erwei­tert, so dass der bas­ki­sche Was­ser­stoff auch unmit­tel­bar an gro­ße indus­tri­el­le Ver­brau­cher in der Rhein-Ruhr-Region gelie­fert wer­den könnte.

Joint Stu­dy Agree­ment (JSA) zwi­schen dui­sport und dem Hafen Amsterdam

Der Trans­port und die Ver­tei­lung von erneu­er­ba­rem Was­ser­stoff sind ein wich­ti­ger Teil einer funk­tio­nie­ren­den Lie­fer­ket­te zwi­schen den Häfen von Ams­ter­dam und Duis­burg. Zu die­sem Zweck hat dui­sport beim H2 Con­nec­ting Event zudem ein Joint Stu­dy Agree­ment (JSA) mit dem Ams­ter­da­mer Hafen unter­zeich­net – mit dem spe­zi­fi­schen Ziel, eine wider­stands­fä­hi­ge Lie­fer­ket­te zu rea­li­sie­ren. Bewer­tet wer­den sol­len hier­bei Fak­to­ren wie tech­ni­sche und finan­zi­el­le Anfor­de­run­gen, Trans­port­mo­da­li­tä­ten und Infrastruktur.

Bereits im Juni letz­ten Jah­res hat­ten dui­sport und der Hafen Ams­ter­dam ange­kün­digt, ihre lang­jäh­ri­ge Zusam­men­ar­beit aus­zu­bau­en. Um das Enga­ge­ment ihrer Orga­ni­sa­tio­nen für die­se gemein­sa­men Zie­le zu unter­strei­chen, hat­ten bei­de CEOs eine Absichts­er­klä­rung unter­zeich­net. Die JSA ist ein Ergeb­nis die­ser Arbeit. duisport-CEO Mar­kus Ban­gen: „Nur im Schul­ter­schluss kön­nen wir glo­ba­le Her­aus­for­de­run­gen wie die Ener­gie­wen­de meis­tern und zügig ein euro­pa­wei­tes Wasserstoff-Netzwerk entwickeln.“

Von links: Minis­ter­prä­si­dent Hen­drik Wüst, König der Nie­der­lan­de, Willem-Alexander, und duisport-CEO Mar­kus Bangen. 

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