Offi­zi­el­le Ver­kehrs­frei­ga­be für den ers­ten Bau­ab­schnitt des Donauausbaus

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing und Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter haben am 25. Januar gemeinsam mit Eric Oehlmann, dem Leiter der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, und Vertreterinnen und Vertretern aus Bund und Land den ersten Bauabschnitt des Donauausbaus am Donnerstagnachmittag offiziell für den Verkehr freigegeben.

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Mit zahl­rei­chen Ehren­gäs­ten aus Poli­tik und Wirt­schaft ver­schaff­ten sie sich
per Schiff einen direk­ten Ein­druck davon, was auf die­sem neun Kilo­me­ter lan­ge Abschnitt zwi­schen der Schleu­se Strau­bing und der Eisen­bahn­brü­cke Bogen kurz unter­halb der Ein­fahrt zum Hafen Straubing-Sand geleis­tet wurde.

Bun­des­mi­nis­ter Dr. Vol­ker Wis­sing: „Die Donau ver­bin­det Euro­pa, das macht sie zu einem natür­li­chen Ver­kehrs­trä­ger mit enor­mem Poten­zi­al – für die Wirt­schaft aber eben auch für den Kli­ma­schutz. Denn selbst bei Nied­rig­was­ser kön­nen die Schif­fe nun dank der Anpas­sun­gen 650 Ton­nen mehr vom Rhein bis zum Hafen Straubing-Sand trans­por­tie­ren. Das ent­las­tet idea­ler­wei­se die A3 um wei­te­re 35 Lkw pro Schiff. Mir ist dabei beson­ders wich­tig, dass hier Aus­bau, Natur- und Hoch­was­ser­schutz zusam­men­ge­dacht und umge­setzt wer­den. Die­ses Pro­jekt hat damit Bei­spiel­cha­rak­ter für den Was­ser­bau in unse­rem Land.“

Durch den Aus­bau kön­nen Schif­fe mit einem Tief­gang von bis zu 2,5 m an durch­schnitt­lich 300 Tagen pro Jahr von Wes­ten her den Hafen Straubing-Sand errei­chen. Dies ent­spricht einer Lade­ka­pa­zi­tät von rund 2.500 Ton­nen je Schiff. Bei Nied­rig­was­ser steht der Schiff­fahrt künf­tig eine Abla­de­tie­fe von bis zu 2,35 Metern zur Ver­fü­gung. Gegen­über dem Zustand von vor dem Aus­bau ist dies eine Stei­ge­rung von 65 cm. Damit die­se Ver­bes­se­rung tat­säch­lich genutzt wer­den kann, hat der Hafen Straubing-Sand par­al­lel zum Was­ser­stra­ßen­aus­bau bis August 2023 sein Hafen­be­cken auf die neu­en Fahr­rin­nen­ge­ge­ben­hei­ten hin
ver­tieft und ausgebaut.

„Nach­hal­ti­ge und moder­ne Mobi­li­tät ist eine der Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit und ein wich­ti­ger Bau­stein für ein kli­ma­neu­tra­les Bay­ern 2040. Der beson­ders ener­gie­ef­fi­zi­en­ten und daher kli­ma­freund­li­chen Bin­nen­schiff­fahrt kommt dabei eine gro­ße Bedeu­tung zu. Für nach­hal­ti­gen Güter­ver­kehr müs­sen wir noch mehr Güter auf die Was­ser­stra­ße ver­la­gern“, Bay­erns Ver­kehrs­mi­nis­ter Chris­ti­an Bern­rei­ter: „Das Poten­zi­al unse­rer baye­ri­schen Häfen hängt von der Leis­tungs­fä­hig­keit der Main-Donau-Wasserstraße ab. Des­halb inves­tiert der
Frei­staat hier erheb­li­che Mit­tel. Die Staats­re­gie­rung ist ver­läss­li­cher Part­ner und setzt sich für einen zügi­gen Aus­bau der Donau ein. Zudem haben wir durch die Bau­maß­nah­me auch beim Hoch­was­ser­schutz deut­lich mehr Sicher­heit gewon­nen, was mich sehr freut.“

Eric Oehl­mann, Lei­ter der Gene­ral­di­rek­ti­on Was­ser­stra­ßen und Schiff­fahrt: „Bei all unse­ren Maß­nah­men an den Bun­des­was­ser­stra­ßen ach­ten wir dar­auf, die Ein­grif­fe in Natur und Umwelt so gering wie mög­lich zu hal­ten. Gemein­sam mit allen Betei­lig­ten aus Bund und Land machen wir uns ver­ant­wor­tungs­voll dafür stark, einen siche­ren und umwelt­freund­li­chen Ver­kehrs­trä­ger wei­ter aus­zu­bau­en, um die­sen noch wirt­schaft­li­cher und zuver­läs­si­ger zu machen.“

Die fluss­re­geln­den Maß­nah­men wer­den öko­lo­gisch opti­miert und an Land und in den Ufer­be­rei­chen umfang­rei­che Aus­gleichs­maß­nah­men durch­ge­führt. Ein beson­de­res Pro­jekt dabei ist der Neu­bau des gro­ßen Auef­ließ­ge­wäs­sers im Rei­bers­dor­fer Vor­land. Es hat eine Län­ge von knapp zwei Kilo­me­tern und wird abhän­gig von den Was­ser­stän­den in der Donau bei nied­ri­gen und mitt­le­ren Was­ser­stän­den von 2 – 20 Kubik­me­tern Was­ser pro Sekun­de durch­flos­sen. Die Brei­te vari­iert zwi­schen 20 bis hin zu 65 Metern in Berei­chen mit zwei Gewässerarmen.

Die Kos­ten für den Was­ser­stra­ßen­aus­bau in die­sem ers­ten Bau­ab­schnitt belau­fen sich inklu­si­ve der zuge­hö­ri­gen öko­lo­gi­schen Aus­gleichs­maß­nah­men auf rund 38 Mil­lio­nen Euro brut­to und wer­den von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und dem Frei­staat Bay­ern getra­gen. Die Euro­päi­schen Uni­on för­der­te die­sen ers­ten Bau­ab­schnitt mit 14,7 Mio. €.

Der Was­ser­stra­ßen­aus­bau im seit Dezem­ber 2019 plan­fest­ge­stell­ten ers­ten Teil­ab­schnitt zwi­schen Strau­bing und Deg­gen­dorf ist in ins­ge­samt drei Bau­ab­schnit­te unter­teilt. Nach der jetzt erfolg­ten Fer­tig­stel­lung des ers­ten Bau­ab­schnitts sol­len ab Herbst 2024 der Was­ser­stra­ßen­aus­bau im Stre­cken­ab­schnitt Schwarz­ach­mün­dung bis Isar­mün­dung und anschlie­ßend der drit­te Bau­ab­schnitt von der Eisen­bahn­brü­cke Bogen bis zur Schwarz­ach­mün­dung fol­gen.
Für den zwei­ten Teil­ab­schnitt von Deg­gen­dorf nach Vils­ho­fen läuft der­zeit das Planfeststellungsverfahren.

Dr. Vol­ker Wissing

© Jes­co Denzel

Quel­le & Kontakt

Lebens­ader Donau
c/o WIGES Was­ser­bau­li­che
Infra­struk­tur­ge­sell­schaft mbH
Domi­nik Zehat­schek
T 089 99222–320
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