Per­spek­tiv­pa­pier für den See­ha­fen Brake

Hafengesellschaft Niedersachsen Ports übergibt Entwicklungskonzept an Wirtschaftsminister Olaf Lies.

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Der Spe­zi­al­ha­fen an der Weser hat Poten­zi­al für Wachs­tum und Wei­ter­ent­wick­lung. Zu die­sem Ergeb­nis kom­men die Exper­ten in dem von Nie­der­sach­sen Ports beauf­trag­ten Hafen­ent­wick­lungs­kon­zept. Für den See­ha­fen Bra­ke wird ein deut­li­ches Umschlags­plus im See­ver­kehr von 6,8 Mil­lio­nen Ton­nen in 2022 auf 9,4 Mil­li­on Ton­nen bis 2035 ermit­telt. Dar­über hin­aus betrach­tet das Per­spek­tiv­pa­pier an der Was­ser­sei­te die fort­ge­setz­te hohe Aus­las­tung der Lie­ge­plät­ze sowie an Land die Flächenkapazitäten.

„Der Bra­ker Hafen ist einer der größ­ten Breakbulk-Häfen Euro­pas und hat sich regio­nal und deutsch­land­weit erfolg­reich als mul­ti­funk­tio­na­ler Spe­zi­al­ha­fen posi­tio­niert. Um die­se Posi­ti­on hal­ten zu kön­nen, müs­sen wir die Stär­ken des Hafens, wie Schnel­lig­keit, Fle­xi­bi­li­tät und Viel­sei­tig­keit nut­zen. Auf­grund sei­ner gut ent­wi­ckel­ten Anbin­dung über die Stra­ße, Schie­ne und den Was­ser­weg kann der Bra­ker Hafen beson­ders gut von Wachs­tums­trends pro­fi­tie­ren. So wird der Hafen einen Bei­trag zur regio­na­len Ent­wick­lung leis­ten“, erklär­te Minis­ter Lies bei der heu­ti­gen Übergabe.

Hand­lungs­emp­feh­lun­gen

Auf den Punkt gebracht: Mehr Umschlag erfor­dert mehr Platz im Hafen. Eine wesent­li­che Emp­feh­lung zur Erwei­te­rung der Umschlags­struk­tu­ren ist der Bau eines drit­ten Lie­ge­plat­zes am Nie­der­sach­sen­kai. Bis zu 290 Meter Kai­mau­er, 1,5 Kilo­me­ter Glei­se für die Hafen­bahn sowie 13 Hekt­ar geschlos­se­ne und offe­ne Lager­mög­lich­kei­ten in direk­ter Was­ser­nä­he kön­nen dort ent­ste­hen. Wei­te­re Flä­chen am Boit­war­der Gro­den kön­nen für die Ansied­lung hafen­af­fi­ner Betrie­be vor­be­rei­tet wer­den. Rund 32 Hekt­ar ste­hen dem Hafen für die Ent­wick­lung des Nie­der­sach­sen­kais zur Ver­fü­gung wei­te­re 23 Hekt­ar für die Ent­las­tung der Nordpier.

„Für Hafen­ver­hält­nis­se ist das Jahr 2035 sehr nah. Wir müs­sen heu­te opti­ma­le Rah­men­be­din­gun­gen für das zukünf­ti­ge Wachs­tum schaf­fen, indem wir die Pla­nun­gen für die Geneh­mi­gung des drit­ten Lie­ge­plat­zes star­ten. Aus­ge­hend von den bestehen­den Struk­tu­ren hat der Hafen bes­te Vor­aus­set­zun­gen zur Wei­ter­ent­wick­lung“, betont Hol­ger Banik, Geschäfts­füh­rer der Nie­der­sach­sen Ports GmbH & Co. KG sowie der Jade­We­ser­Port Rea­li­sie­rungs GmbH & Co. KG.

Umschlag­pro­gno­se Seeverkehr

Die stra­te­gi­schen Poten­tia­le hat der Hafen Bra­ke ins­be­son­de­re in den Güter­grup­pen, die heu­te schon wesent­li­che Trei­ber für sei­ne posi­ti­ve Umschlag­ent­wick­lung sind. Das sind Agrar­pro­duk­te wie Getrei­de, Futter- und Dün­ge­mit­tel sowie Spei­se­öl, Forst­pro­duk­te wie Holz und Zel­lu­lo­se. Erwar­tet wird auch ein Anstieg bei den Stück­gü­tern wie Eisen- und Stahl­pro­duk­te, ins­be­son­de­re für das Röh­ren­ge­schäft sowie für den Bereich Wind­ener­gie und Offshore-Strukturen. Die­se Bestands­gü­ter machen heu­te schon rund 96 % des gesam­ten see­sei­ti­gen Güter­um­schlags im Hafen aus und wir­ken sich zu zwei Drit­teln auf das erwar­te­te Wachs­tums­po­ten­zi­al aus.

Ein wei­te­res Drit­tel stammt aus den mode­ra­ten Ent­wick­lun­gen im Bereich des Umschlags neu­er Güter wie Was­ser­stoff bzw. Deri­va­te, Recy­cling­gü­ter sowie Holzpellets.

Aus­las­tung von Liegeplätzen

Rund 2000 Binnen- und See­schif­fe haben im Jahr 2022 an den acht Lie­ge­plät­zen der 2,5 Kilo­me­ter lan­gen Strom­ka­je ange­legt. Mehr als 6,8 Mil­lio­nen Ton­nen wur­den see­sei­tig umge­schla­gen, auf der Bin­nen­sei­te rund eine Mil­lio­nen Ton­nen. Die Ergeb­nis­se der Unter­su­chung zei­gen, dass die Aus­las­tung der Lie­ge­plät­ze im Durch­schnitt hoch ist, sie teil­wei­se sogar voll aus­ge­las­tet sind. Per­spek­ti­visch wer­den mit wach­sen­den Umschlags­men­gen alle Lie­ge­platz­grup­pen an der Süd­pier, der Nord­pier und am Nie­der­sach­sen­kai an die Gren­ze ihrer maxi­mal erreich­ba­ren Aus­las­tung kommen.

Flä­chen­ent­wick­lung

Ver­gleich­bar zur Aus­las­tung der Lie­ge­plät­ze ist die Pro­gno­se des Flä­chen­be­darfs erstellt wor­den. Für die Lage­rung der Umschlags­gü­ter wer­den bis 2035 rund 52 Hekt­ar offe­ne sowie 12 Hekt­ar gedeck­te Lager­flä­chen an der Nord­pier und am Nie­der­sach­sen­kai benö­tigt. Wei­te­re 6–8 Hekt­ar durch Erschlie­ßen der Flä­che zwi­schen dem Gelän­de der Fir­ma Olen­ex Edi­ble Oils und dem Niederachsenkai.

Metho­di­sches Vorgehen

Mit dem Per­spek­tiv­pa­pier wer­den die stra­te­gi­sche Aus­rich­tung und die künf­ti­gen Schwer­punk­te des See­ha­fen Bra­kes fest­ge­legt. Im Dia­log mit der Hafen­wirt­schaft und ande­ren Stake­hol­dern wur­den der Sta­tus Quo, der Bedarf sowie die Umschlag­pro­gno­se bis 2035 unter­sucht. Dar­aus erge­ben sich Handlungsempfehlungen.

Bei der Umschlag­pro­gno­se wur­de die Anpas­sung der Weser­fahr­rin­ne vor­aus­ge­setzt. Das Per­spek­tiv­pa­pier betrach­tet zudem die Umschlag­ef­fek­te einer nicht statt­fin­den­den Fahr­rin­nen­an­pas­sung und berech­net rund 1,4 Mio Ton­nen weni­ger somit eine Gesamt­um­schlags­men­ge von rund 8 Mil­lio­nen Ton­nen in 2035.

Die Hafen­ge­sell­schaft Nie­der­sach­sen Ports hat das Per­spek­tiv­pa­pier für den Hafen Bra­ke bei den Ham­bur­ger Fir­men HTC Han­sea­tic Trans­port Con­sul­tancy, Sell­horn Inge­nieur­ge­sell­schaft mbh und inve­ni port­um solu­ti­ons in Auf­trag gegeben.

Das Per­spek­tiv­pa­pier steht ab sofort als Down­load unter

https://www.nports.de/media/Haefen/Brake/nports-perspektivpapier-hafen-brake.pdf zur Verfügung.

© NPorts Andre­as Bur­man: Prof. Dr. Jan Nin­ne­mann, HTC Han­sea­tic Trans­port Con­sul­tancy, Olaf Lies, Nie­der­säch­si­scher Minis­ter für Wirt­schaft, Ver­kehr, Bau­en und Digi­ta­li­sie­rung, Hol­ger Banik, Geschäfts­füh­rer der Nie­der­sach­sen Ports GmbH & Co. KG sowie der Jade­We­ser­Port Rea­li­sie­rungs GmbH & Co. KG.

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